Betonstein der Zukunft – Impulse und Podiums-
diskussion
In Deutschland betrug der mittlere Klinkerfaktor im Zement zuletzt nur noch 67 % – ein historisch niedriger Wert, der die Fortschritte der Branche in Richtung Klimaneutralität unterstreicht. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, weil der durchschnittliche Klinkeranteil im Produktportfolio seit mehreren Jahren mehr oder weniger konstant war. Vor allem die Dynamik bei CEM II/C-Zementen (ternäre Zemente mit einem Mindestklinkergehalt von 50 %) hat dazu geführt, dass der Klinkerfaktor nun deutlicher vermindert werden konnte. Nicht in allen Anwendungsbereichen zementgebundener Baustoffe wird sich der Klinkergehalt in Zement und Beton aber in gleicher Weise reduzieren lassen, da die Anforderungen in verschiedenen Anwendungen durchaus unterschiedlich sind. In seiner CO2-Roadmap war der VDZ davon ausgegangen, dass auch in Betonwaren der Klinkerfaktor weiter gesenkt werden kann. Inwieweit dies in der Praxis der Herstellung (insbesondere) zweischichtiger Betonpflastersteine umgesetzt werden kann, wird derzeit in dem IGF-Forschungsvorhaben 01IF23352N in enger Kooperation zwischen VDZ und den Herstellern von Betonwaren überprüft. Offen ist dabei insbesondere, ob bei geringem Klinkerfaktor ein ausreichender Frost-Tausalz-Widerstand von Betonpflastersteinen nachgewiesen werden kann. Neben der Klärung der technischen Leistungsfähigkeit braucht es aber z. B. auch die öffentliche Hand als wichtigen Impulsgeber bzw. als Vorbild zur Initiierung grüner Leitmärkte. Hierzu hat der VDZ Anfang 2025 das Label „Cement Carbon Class CCC“ veröffentlicht, das den Zementherstellern die Möglichkeit gibt, gegenüber Kunden und bei Ausschreibungen neben den Produkteigenschaften auch den CO₂-Fußabdruck transparent anzugeben. Letzterer wird durch den VDZ extern geprüft und durch das Label verifiziert. Einige Label wurden erteilt.
