Architektur im 3D-Betondruck – Planungserfahrungen zwischen Innovation und Baupraxis
Der Vortrag zeigt aktuelle Projekte, wie sich der 3D-Betondruck von einer vielversprechenden Technologie zu einem realen Baubetriebsverfahren entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen dabei architektonische, planerische und baupraktische Erfahrungen aus zwei wegweisenden Projekten, die den Einsatz additiver Fertigung im Hochbau auf ein neues Niveau heben.
Mit dem Vereinsheim des SCC entstand Europas erstes öffentliches Gebäude aus dem 3D-Drucker. Der zweigeschossige Bau wurde in etwa 120 Druckstunden erstellt und erforderte die bisher größte Druckerkonfiguration. Das Projekt, gefördert durch das Landesbauministerium NRW, demonstriert eindrucksvoll, wie sich komplexe Gebäudestrukturen wirtschaftlich und präzise additiv fertigen lassen. Die offizielle Eröffnung erfolgte im Oktober 2025.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem ersten öffentlich geförderten Mehrfamilienhaus Deutschlands. Dort wurden Erd- und Obergeschoss vollständig im 3D-Betondruckverfahren erstellt, während das Dachgeschoss in Holz-Hybrid-Bauweise ergänzt wurde. Mit unter 100 Druckstunden und sichtbar belassener Druckstruktur zeigt das Projekt, wie sich serielle Wohnraumfertigung, gestalterische Qualität und Ressourceneffizienz verknüpfen lassen. Die Wohnungsübergabe erfolgte im Dezember 2024.
Beide Projekte verdeutlichen, dass der 3D-Betondruck sowohl architektonisch als auch baubetrieblich neue Spielräume eröffnet: von der Formfreiheit über verkürzte Bauzeiten bis hin zu optimierten Materialeinsätzen und hybriden Konstruktionskonzepten. Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über Planungsprozesse, technische Schnittstellen und die Integration der Technologie in bestehende Bauabläufe. Gezeigt werden innovative, effiziente und nachhaltig erstellte Gebäude in 3D-Betondruck.
