3D-Betondruck an Praxisbeispielen – „There is no one size fits all“
Wie bei jeder Bauaufgabe gilt auch für den 3D-Betondruck: Es gibt kein „One size fits all“. Unsere Beispiele mit dem Cobod BOD2-Portalsystem zeigen, dass gewünschte Optik, Statik und Bauablauf die Materialwahl und die Ausprägung des Druckprozesses gemeinsam bestimmen.
Das parametrisch gestaltete Wavehouse in Heidelberg (2023) steht für Gestaltungsfreiheit, komplexe Geometrien, Überhänge und eine 54 m lange Gebäudehülle, die vor Ort mit Trockenmörtel hergestellt wurde. Dagegen standen Regionalität und Skalierbarkeit im Fokus beim Mehrfamilienhaus in Bezannes/Frankreich (2025). Hier wurden tragende Wände aus normgerechtem Beton gedruckt, gepaart mit einer Vorsatzschale für einen effizienten Dämmprozess.
Soll eine herkömmliche Optik mit runden Formen kombiniert werden, so zeigt das Projekt in Witzighausen (2024): Aus Trockenbeton gedruckte Wände dienen als verlorene Schalung, versehen mit einem Wärmedämmverbundsystem. Darauf aufbauend lassen sich geradlinige Strukturen als Vollwand drucken – ohne Hohlräume für Dämmung oder Ortbetonkern. So umgesetzt beispielsweise in einem gedruckten Wassertank in Polen (2024) oder beim Mehrfamilienhaus in Illertissen (2025). Letzteres wurde nicht mit einem Portalsystem, sondern mit einem mobilen Drucksystem umgesetzt.
Insgesamt ist also keine der Varianten grundsätzlich überlegen. Entscheidend für schnellere und günstigere Projekte gegenüber konventionellen Bauweisen ist die projektspezifisch passende Kombination aus System, Material, Verfahren und Bauablauf. Deshalb haben wir optimierte Gebäudekonzepte entwickelt, wie das Dreihaus oder den Ready2print-Katalog, die wiederkehrende Prinzipien für Planung und Ausführung bündeln und bis zu 10 % niedrigere Baukosten und 30 % schnellere Ausführungen ermöglichen. In Heidelberg (2025) wird Dreihaus erstmals dreimal direkt nebeneinander seriell gedruckt – und zeigt, dass „no one size fits all“ auch skalierbar gedacht werden kann.
