3D-Betondruck an der Schnittstelle von Forschung und Baupraxis
Wo steht die additive Fertigung im Betonbau – und was ist nötig, um den 3D-Betondruck in der Bauindustrie zu etablieren? Diese Fragen sind aktueller denn je, rund 30 Jahre nach den wegweisenden Pionierarbeiten von Enrico Dini (D-Shape) und Behrokh Koshnevis (Contour Crafting). Nach mehr als drei Jahrzehnten intensiver Forschung und einem enormen technologischen Fortschritt steht der 3D-Betonruck nun an der Schwelle zur industriellen Anwendung, doch der Weg in die breite Baupraxis ist anspruchsvoll.
Die Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten entscheidende Grundlagen gelegt - von fundamentalen Fertigungsprinzipien, über die Interaktion von digitalem Prozess und Material bis hin zu neuen Designprinzipien für ressourceneffizientes Bauen. Diese Erkenntnisse eröffnen enorme Potenziale, von materialoptimierten Strukturen bis hin zu völlig neuen architektonischen Freiheiten. Gleichzeitig treten die Herausforderungen klar zutage: Fragen der Normung, der Qualitätssicherung, der Wirtschaftlichkeit und der Integration in bestehende Bauprozesse.
Jetzt gilt es, die Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis konsequent auszubauen. Das bedeutet einerseits, den Technologietransfer in die Bauindustrie zu intensivieren, und andererseits, offene Fragen für die praktische Anwendung gemeinsam zu adressieren. Genau hier setzt dieser Beitrag an. Er beleuchtet die aktuellen Herausforderungen und skizziert erste Lösungsansätze. Im Fokus stehen Strategien der digitalen Fertigung jenseits klassischer horizontaler Schichtablage, Innovationen bei der Bewehrungsintegration sowie Aspekte der Qualitätskontrolle und die damit verbundene Notwendigkeit einer Normung, um die Technologie sicher und wirtschaftlich in die Baupraxis zu überführen.
