70 Jahre Zementwerk Dotternhausen

20 Jahre Werkforum und Fossilienmuseum

Am Fuß der Schwäbischen Alb wurde das Zementwerk in Dotternhausen bei Balingen 1939 gegründet, und seit 1989 sind das Werkforum und Fossilienmuseum Empfangsbereich und Anziehungspunkt für Besucher aus nah und fern. Das Zementwerk firmiert heute unter Holcim (Süddeutschland) GmbH und gehört zur Holcim Ltd.

 

Die Geschichte der Holcim (Süddeutschland) GmbH beginnt mit der Zusammenführung der Breisgauer Cement GmbH und der Rohrbach Zement GmbH & Co. KG. Letztere wurde vor 70 Jahren in Dotternhausen als Kommanditgesellschaft gegründet – mit Rudolf Rohrbach als persönlich haftendem Gesellschafter. Der Bau der Werksanlagen erfolgte in den Jahren 1939 bis 1942. Mit 300 Mitarbeitern startete 1942 die Produktion. Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war die Einweihung des Wirbelschicht-Kraftwerks im Jahr 1961. Mit der Anlage konnte endlich der Energiegehalt des heimischen Ölschiefers verwertet und gleichzeitig eine hochwertige hydraulische Komponente für die Zementherstellung erzeugt werden.

 

1989 wurde – zum 50-jährigen Firmenjubiläum – das Werkforum mit Fossilienmuseum seiner Bestimmung übergeben. Der architektonische Blickfang stellt die beste Werbung für eines der Hauptprodukte von Holcim dar: für den Beton. Im Museumsbereich haben rund 180 Millionen Jahre alte Fossilien aus der Jura-Zeit ihren Ausstellungsort. Die wertvollen Zeugen der Vergangenheit wurden über Jahrzehnte von den Werksmitarbeitern unter fachkundiger Leitung des fest angestellten Paläontologen in den Steinbrüchen geborgen. Ein Geheimtipp bei Kulturliebhabern ist das Werkforum; die regelmäßigen Kunstausstellungen und Konzerte sind gut besucht. Die Besonderheit am Standort Dotternhausen ist nach wie vor das Vorkommen von Ölschiefer. Weltweit einzigartig ist die gleichzeitige Energiegewinnung bei der Herstellung von gebranntem Ölschiefer im Verfahren der thermischen Aufbereitung. Diese Energie dient zur Eigenversorgung des Werkes, was heute sehr wichtig ist bei den steigenden Energiepreisen. Der gebrannte Ölschiefer wird in gemahlener Form als hydraulisches Bindemittel dem gemahlenen Zementklinker zugefügt. Das Endprodukt ist ein einzigartiger Portlandölschieferzement. Dieser Zement ist umweltfreundlich, da bei seiner Herstellung weniger CO2 entsteht als bei anderen Zementsorten, die einen höheren Klinkeranteil haben.

 

Im Jahr 2004 übernimmt Holcim die Führung des Zementwerks. In der konzernweiten Strategie spielt das Zementwerk dank dieser Besonderheit eine zentrale Rolle. Zukünftig werden nach Investitionen in das Werk in zweistelliger Millionenhöhe weitere Holcim Werke in Österreich und der Schweiz mit gebranntem Ölschiefer versorgt. Es werden mehrere Werke logistisch miteinander verknüpft. Zudem wird derzeit die Zementklinker-Produktion um 30 Prozent erhöht durch den Ausbau und die Modernisierung der bestehenden Anlagen Mit diesen Vorhaben ist das Zementwerk in Dotternhausen auch für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet.


Holcim (Süddeutschland) GmbH
Dormettinger Str. 23
72359 Dotternhausen
Tel: +49 7427 790
Fax: +49 7427 79201
www.holcim.de/sued

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